Ulzibat / Myofasciotomie

Die Ulzibat-Methode wurde von dem russischen Arzt Dr. Ulzibat (gestorben 2004) entwickelt und wird seit Jahren in Russland praktiziert. Die Operation kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen durchgeführt werden. Bei Menschen mit starker Spastik verkürzen sich unter der Fehlinnervation einige Muskelfasern und sorgen dafür, dass der Patient mit Einschränkungen leben muss: Gehunfähigkeit, Stehunfähigkeit, Sitzunfähigkeit, Sprechunfähigkeit, usw. Da bei Spastik die Muskeln ständig innerviert werden, verhärten sich diese langsam. Die anderen, nicht fehlinnervierten Muskeln, könnten noch richtig arbeiten. Bildlich lässt sich dies mit einem Gummiband und einem Zwirnfaden vergleichen: Das Gummiband sind die noch funktionstüchtigen Muskelfasern und der Zwirnfaden die hemmenden Fasern. Wenn man nun das Gummiband und den Faden nebeneinander legt und daran gemeinsam zieht, tut sich nichts, da der Faden verhinderte, dass das Gummiband sich in die Länge zieht.
Während der Operation wird nun diese straffe Faser und die zugehörige Muskelfaszie durchtrennt, so dass die restlichen Muskelfasern wieder normal funktionieren können. Nach der Ulzibat-Methode werden die Muskelhüllen und teilweise auch die Muskelfasern der verkürzten/spastischen Muskeln durchtrennt. Es ist nichts anderes als ein künstlicher Muskelfaserriss. Anstelle der Muskelfaser bildet der Körper ein Reparationsgewebe, um die Lücke im Muskel zu verschließen. Während der Operation werden bis zu 20 Muskeln und Faszien durchtrennt. Die OP dauert ca. 20 Minuten und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Eine Vollnarkose ist notwendig um den Kindern unnötige Schmerzen zu ersparen. Nachwirkungen können Hämatome und leichte Schmerzen (wie bei einem Muskelkater) sein. Nach Inzision an den Beinen dürfen die Patienten ein bis zwei Wochen lang nur mit Teilbelastung gehen. Den Eingriff führe ich unter kurzzeitigen stationären Bedingungen durch.
Diese Operationsmethode ist in Deutschland noch nicht etabliert und wird in Westeuropa nur in Barcelona, München und von mir angeboten. Langfristige Erfahrungen fehlen noch. Eine aktuelle Studie betreue ich. Vor der Operation mache ich einen Versuch mit Botox Injektionen um den möglichen OP-Erfolg abschätzen zu können. Die Frühergebnisse sind überwältigend: Einige Kinder gehen freihändig und setzen die Füsse bei gerader Beinstellung komplett auf. Schwierigkeiten der traditionellen OP-Methoden wie Achillessehnen- oder Kniebeugesehnenverlängerungen, sowie Release der Adduktoren sind Überkorrekturen und die Nachbehandlung mit Orthesen. Diese finde ich bei der Ulzibat-Methode nicht. Postoperative Verbesserungsprozesse dauern über Monate an. Durch die Horizontalausrichtung der Visualebene eröffnen sich den Betroffenen „neue“ Welten. Manche Kinder können sogar kurzfristig auf einem Bein stehen und Fussball spielen! Das Interesse und der Kontakt zur Umwelt wachsen. Mein Wunsch ist, dass vielen Kindern durch diese einfache Methode, die ich als Ergänzung zur Myoreflextherapie sehe, eine Chance für eine Schulausbildung gegeben wird.
Nach einer telefonischen oder schriftlichen Anfrage stehen im Wesentlichen zwei Vorgehensweisen zur Verfügung:
1. Persönliches Vorgespräch zum ersten Termin in der Praxis. Aufklärung durch den Narkosearzt in der Klinik. Vereinbarung des OP-Termins
2. telefonischeVereinbarung des OP – Termins. Montags Praxistermin mit Aufklärung, stationäre Aufnahme in der Klinik und Aufklärung durch den Narkosearzt. Tags darauf Myofasciotomie

 

Gerne berate ich Sie hierzu in einem persönlichen Gespräch. Einen Termin hierfür können Sie unter 07153 308969 vereinbaren.