Ulzibat Studie 2014

Verbesserung des Gangbilds durch Myofasciotomie bei Spastischer Lähmung

Sathiya A., Jörg E.

 

Die Bewegung ist das Ergebnis einer neurophysiologischen Höchstleistung. Mit dem Begreifen und den ersten Schritten lernen wir unsere Bewegungen zu koordinieren und das Gleichgewicht zu halten. Das Gehirn dient hierzu als Speicher und Steuerungszentrale. Schäden im Zentralen Nervensystem  erschweren das Erlenen eines ungestörten Bewegungsflusses. Der Stütz- und Bewegungsapparat ist die Endstrecke der Motorik. Die Muskeln sind die Übersetzer der Nervenimpulse in Bewegung. Die Knochen reagieren auf die Muskelaktivität.

Fehlkoordinierte Bewegungsabläufe erfordern daher neurophysiologisches Lernen, und in erster Linie keine Operationen mit nachfolgenden Gehapparaten. Operationen am Stütz und Bewegungsapparat sollten so schonend wie möglich, minimalinvasiv, frei von langen Immobilisationsphasen und wenig belastend sein.

Beim Stellen der Operationsindikation muß die Prognose einer Erkrankung berücksichtigt werden. Ein Kind, das im Alter von 6 Jahren noch keinerlei Rumpfkontrolle hat, hat eine ungünstige Prognose hinsichtlich einer – selbst apparategestützten – Gehfähigkeit.

 

Die in Russland entwickelte Myofasciotomie ist eine minimalinvasive Prozedur, bei der  myofoasciale Stränge, die den Bewegungsablauf und -umfang hemmen, inzidiert werden.

Im Rahmen einer spastischen Parese bilden sich zwischen den dauernd kontrahierten Muskelfasern bindegewebige Stränge aus. Es resultieren letztendlich Spitzfuß, Adduktoren-, Kniebeuger- und Pronationsflexionskontrakturen.

 

Die minimalinvasive Myofascitomie setzte ich bei 48 Kindern zwischen 3 und 17 Jahren durch

Die Kinder profitieren mit einer Erweiterung des Greif- und Bewegungsraumes. 10 verbesserten sich im Grossmotorfunction score von 4 auf 3. Eine Zielgröße war das Auftreten mit der ganzen Fußsohle. 42 Kinder erreichten dies mit der minimalinvasiven Methode allein. 6 hatten bereits zum Operationszeitpunkt einseitig einen rigiden Spitzfuß, so daß dieser primär mit einer Achillessehnenverlängerung behandelt wurde. Die Hüftabduktion wurde um 10° verbessert. Der Kraftgrad des Quadrizeps blieb unverändert. Alle Eltern sind mit der Verbesserung der Entwicklung ihrer Kinder zufrieden und meinen der Eingriff hätte etwas gebracht

 

 

 

Huijing, P. A., Epimuscular myofascial force transmission between antagonistic and synergistic muscles can explain movement limitation in spastic paresis. DOI: 10.1016/j.jelekin.2007.02.003

 

 

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