Sport als Teil gesunder Lebensführung

Neben dem Spaß am Sport interessierte mich das Prinzip des Nachgebens, d. h. mit minimalen Kraftaufwand größtmöglichen Nutzen und Wirksamkeit zu haben. Dieses biomechanische Prinzip studierte ich weiter im Rahmen meiner Vorbereitungen auf den 1. Dan, während dem Medizinstudium, währenddessen ich mich außer dem allgemeinen anatomischen physiologischen Interesse mit der Sportmedizin beschäftigte. Es entwickelte sich für mich daraus eine Philosophie

Zusammen mit Medizin und Sport war es für mich eindrucksvoll, zu sehen, wie sich der Körper unter sportlicher Betätigung verändert, wie er sich unter dem Training anpasst bzw. in einer Trainingspause auf ein reduziertes Niveau zurückbildet. Sichtbar wird dies z.B. wenn ein arm eingegipst wird – nach 4 Wochen sind fast alle Muskeln verschwunden und der Arm ist dünn. Ebenso verhält es sich im Nervensytem: durch abwechselnde vielseitige Betätigungen werden neue Synapsen gebildet. Das Gehirn ist plastisch und passt sich dem Gebrauch an. Lernen ist in jedem Alter möglich. Daraus leiten sich für mich wesentliche Gesetzmäßigkeiten ab und prägten meine Therapieempfehlung im späteren Beruf. So erkannte ich, dass wesentliche orthopädische Erkrankungen durch einen übermäßige, einseitige Beanspruchung auftreten bzw. durch akute Mehrbelastungen bei einem nicht entsprechend vorbereiteten Körper. Meine Behandlungsstrategie findet sich in der Myoreflextherapie wieder.

Am wenigsten Ressourcen für die Anforderungen des Alltag hat der Körper eines typischen zivilisierten Menschen, der keinen Sport mehr treibt. Die Folge des alltäglichen Sitzens sind Verspannungen der Lendenmuskulatur mit den Folgen der Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle. Des weiteren treten durch den Bewegungsmangel Übergewichtigkeit, Arthrose, Bluthochdruck und Diabetes mellitus auf. Bei Kindern, die mehr als 2 Stunden täglich vor dem Fernseher bzw. PC sitzen und ihre Hausaufgaben bewältigen müssen, den ganzen Tag in der Schule sitzen,  treten vorzeitig ernsthafte orthopädische und andere medizinische Beschwerden auf.

Meines Erachtens ist die wichtigste Vorbeugung eine regelmäßige sportliche Betätigung von 3 x 1 – 1,5 Stunden pro Woche, egal welche Anforderungen aus Beruf und Familie im Raum stehen. Bereits im Kindes- und Jugendalter muß die Begeisterung für die Bewegung und das Lernen mit allen Sinnen geweckt werden. Eine Belohnung für den körperlichen Aufwand sollte von Seiten der Gesetzgeber sein, dass Menschen, die regelmäßig ihr Sportabzeichen absolvieren, einen Bonus erhalten. Denn diese Sportler haben die geringsten Kosten im Gesundheitswesen. Die größten Kosten werden verursacht durch Bluthochdruck, Hypercholesterinämie und Arthrosen durch Bewegungsmangel an Knie- und Hüftgelenken sowie durch Rückenschmerzen. Die unsinnige Diskussion der Bezahlung von Sportverletzungen von Seiten der Krankenkasse ist irreführend und lenkt von den tatsächlichen Kostenverursachern ab. Die meisten Sportler in Risikosportarten haben ohnehin Unfallversicherungen, so dass die Allgemeinheit nur gering durch deren Sportunfälle belastet wird.

Ich kann jeden Menschen ermuntern, die aktuelle Berichterstattung über Medikamentenwirkungen und Operationserfolge zu hinterfragen und Prophylaxe für sich selbst zu ergreifen durch regelmäßiges, wohldosiertes Training. Wir müssen weg von der Denkweise, dass wir durch unseren Krankenkassenbeitrag einen Anspruch auf All-inclusive Leistungen haben, eine Reparatur-Medizin in Anspruch nehmen, und nichts selbst für unsere Gesundheit beizutragen.

 

Das Sportangebot im SVS ist vorbildlich: Gymnastikgruppen, Rückenschule mit Anerkennung durch die Krankenkassen, Pilates, Kinder- und Jugendturnen, Ballsport- und Wettkampfsportarten, Radwandern und Reisen….. Lob, Anerkennung und Bitte  an alle Übungsleiter, Trainer und Verantwortlichen dieses Angebot weiterhin zeitgemäß mit Leben und Begeisterung zu füllen.